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    <title>        &#13;</title>
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      <title>KM 65 080 - Weimar - Starnberg - Luzern</title>
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      <pubDate>Fri, 27 Apr 2012 10:37:19 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Eintrage/2012/4/27_KM_65_080_-_Weimar_-_Starnberg_-_Luzern_files/DSCF0251-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Media/object001_3.png&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:160px; height:121px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Auf den gestrigen Tag hatte ich mich sehr lange gefreut. Neben einem frischen Laugenbrötli war es mein Bike, welches ich auf der Reise echt vermisste. Dann der perfekte Tag nach drei Wochen kaltem Aprilwetter. Ich schwinge mich auf den Sattel, trete in die Pedalen und gleite für zwei Stunden durch sanfte Hügel, duftende Wälder, erfreue mich an blühenden Obstbäumen und der gewaltigen verschneiten Kulisse der nahen Alpenkette. Irgendwie komme ich erst jetzt richtig an, jetzt begrüsst mich die Schweiz von ihrer besten Seite! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das konnten wir unmittelbar nach unser Ankunft nicht behaupten. Bei Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt betreten wir das Zollamt Schaanwald um den Sprinter als Überführungsgut in die Schweiz zu importieren. Der Empfang ist ernüchternd. Auf unser höflich vorgebrachtes Begehren erhalten wir erst mal eine Flut von Hinweisen auf fehlende Dokumente und Vorwürfe, dass man das alles auch per Internet hätte vorbereiten können. Tja, nun bringen wir halt ein wenig Arbeit in die Amtsstube. Alles halb so wild. Ein Formular muss ausgefüllt werden, was wir gewissenhaft in fünf Minuten erledigt haben. Dann wird vom System eine Stamm Nummer generiert - und Schwups - ist der Sprinter Schweizer. In der selben Zeit wird der Beamte zunächst höflicher, und dann sogar richtig nett. Manchmal lohnt es sich den Widrigkeiten des Alltags mit einem Lächeln und Anstand zu trotzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dann die Fahrt nach Luzern. Alles sehr bekannt, als ob wir gestern hier durch gefahren wären. Ein bekannter Effekt, welcher uns die nächsten Wochen begleiten wird. Egal, wie lange man weg war, zurück in der Vertrauten Umgebung ist alles...  ....vertraut halt. Als ob man nie weg gewesen wäre. Das andere Trauma vieler Rückkehrer langer Reisen, das ist die Tatsache dass sich niemand für die vielen Abenteuer interessiert. Weshalb sollten sie auch, sie haben sie ja auch nicht erlebt. Ist ja auch ein grosser Anspruch an das Umfeld, dass es begeistert stundenlangen Schilderungen über Dinge lauschen soll, von welchen sie keinen blassen Schimmer haben. Wie soll man jemandem die Stimmung an einer wuseligen honduranischen Grenze morgens um sieben rüber bringen, der noch nie da war. Unmöglich. Höchstens kurze Anekdoten, welche ein eh besprochenes Thema bereichern könnten liegen drin, der Rest ist Erinnerung und dieser Blog.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tja, und dann ist da der Kulturschock Schweiz. Mal ehrlich, es gibt ja diese Bücherreihe eines grossen Reiseführerverlages, wie man Kulturschocks in aller Welt übersteht. Über die Schweiz gibt es keines, vor allem nicht für ahnungslose Rückkehrer. Zum Glück wurde der unsrige durch die zwei Wochen in Deutschland ein wenig abgemildert. Dennoch fallen uns einige Dinge auf, welche sich in unserer Abwesenheit verändert haben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Schweiz ist teuer! Meine Fresse, beim ersten Mal sind wir mit fast leeren Händen, das zweite Mal nach einem Wocheneinkauf fassungslos aus dem Supermarkt getaumelt. Klar war sie das auch schon zuvor, aber nach zwei Wochen in Deutschland haben wir den direkten Preisvergleich - und die Differenz ist happig und dem Konsumenten nur schwer zu erklären. Vermutlich werden auch wir bald zu den Einkaufstouristen gehören... &lt;br/&gt;Gleiches gilt für Immobilien an interessanter Lage. Mal sehen, ob wir von den geplatzten Blasen in England, Spanien oder den USA etwas lernen... &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dann scheint in de Schweiz die Iphonitis ausgebrochen zu sein. Fast jeder ab vier Jahren ist ständig fest mit einem solchen Teil verwachsen, surft ständig im Internet, ist dank Facebook über die Aktivitäten seines sozialen Netzwerks auf dem Laufenden, informiert über seine eigenen Aktivitäten, lädt ein paar Filmchen auf Youtube und beantwortet Mails in Echtzeit. O.k. erwischt. Das ist nun ein wenig übertrieben. Dennoch frage ich mich, ob ich wohl auch in Bälde auch noch Abends um 2300 Uhr bei einem Glas Wein mit Freunden reflexartig schnell meine Mails checken werde... &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Amtlich ist es ja schon länger, nun auch noch der empirische Beweis. Die Schweiz ist das schnellste Land der Welt. Gratuliere! Auch das wird uns in wenigen Wochen nicht mehr auffallen, da wir uns dann mindestens gleich schnell im Hamsterrad drehen werden. Im Alltag äussert sich das an der omnipräsenten und kollektiven Ungeduld, welche man überall spürt wo der Schweizer über Gebühr warten muss. Also länger als ein - oder zwei Minuten. Sei es an der Kasse, Tankstelle oder im Verkehr, man spürt die aufgestaute Ungeduld und den Ärger über vergebene Effizienz fast schon körperlich. Das ist ein interessantes Phänomen. Die Schweiz ist so optimiert und effizient, dass jeder Verlust als persönliches Versagen erachtet wird. Ganz schlimm dabei ist, dass ich mich darin sehr gut selbst erkenne... ich muss mir also dringend Strategien zur nachhaltigen Selbstentschleunigung ausdenken. Sonst überlebe ich, wie viele hier, die nächsten Jahrzehnte nur schwer geschädigt. Allgemein muss sich unsere Gesellschaft überlegen, ob sich diese rasante und destruktive Lebensform mit längeren Arbeitszeiten - sagen wir realistisch gesehen bis 70 - verträgt. Aber dies ist eine andere Baustelle...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;NICHT verändert haben sich unsere Familien und Freunde. Und das ist gut so! Klar, gab es hier und da neue Erdenbürger oder andere Veränderungen. Im Grossen und Ganzen blieb hier jedoch alles beim Alten. Schön ist es, sie nach und nach alle wieder zu treffen und wieder an die alte Vertrautheit anzuknüpfen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;So ist das. Und schon kurz nach unserer Ankunft durften wir die angenehme Seite der oben kritisierten Effizienz geniessen. In nur drei Stunden meldeten wir uns bei der Gemeinde an und kriegten alle Formulare, schlossen eine Krankenversicherung ab, regelten Bank - und Versicherungssachen, meldeten zwei Fahrzeuge an und assen einen Kebab. Nur in der Schweiz. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dann nutzen wir das Aprilwetter, um Bewerbungen zusammen zu stellen und zu verschicken. Und spätestens damit kippte die Reise hinten raus. Erlebt, angekommen, noch eine wehmütige, schon leicht idealisierte Erinnerung. Und so soll es sein. Ich hielt nie viel von Weltenbummlern, welche aus ihren Reisen Altare und Kanzeln bauen von welchen sie dann ständig vom besseren Leben auf Reisen predigen und über ihr Dasein in der Schweiz jammern. Wir sind wieder hier, freuen uns auf das bewusst gewählte Leben in der Schweiz mit all seinen guten und nicht so prickelnden Seiten. Und ab und zu werden wir dann wehmütig vom Blockhaus im Wald mit Sicht auf den Vulkan träumen und uns ausmalen wie es wäre, wenn...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tja, das war‘s dann wohl. Wir verabschieden uns, und danken allen welche in irgend einer Form bei unserer Reise dabei gewesen sind. Alleine geht es nicht und macht es keinen Spass. Dieser Blog bleibt online und ich werde auch in Zukunft mit abnehmender Aktualität gerne per E-Mail Fragen zum Thema Fernreisen, Fahrzeugwahl etc. beantworten. Am meisten freuen würde es uns, wenn diese Seite dem einen oder anderen den letzten Anstoss gibt, selbst los zu fahren. Gibt viel zu sehen, da draussen!</description>
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      <title>Km 64 180 - Hamburg - Harz - Weimar</title>
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      <pubDate>Thu, 29 Mar 2012 10:44:04 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Eintrage/2012/3/29_Km_64_180_-_Hamburg_-_Harz_-_Weimar_files/IMG_4997.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Media/object000_1.png&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:160px; height:121px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Die Zeit ist ein seltsamer Zeitgenosse. Und unser Zeitempfinden scheint unwillkürlichen Schwankungen zu unterliegen. Wieder in Hamburg, wieder durch das Drehkreuz am Oswalds‘kai, eine Nummer für die Fahrzeuge gezogen und wieder hoch in den ersten Stock an den Schalter. Eben gerade waren wir doch noch hier und haben den Iveco abgegeben. Und sassen da nicht genau die gleichen Truckerfahrer und schlürften gelangweilt ihren Automatenkaffee? Eben - das war vor ziemlich genau zwei Jahren - kommt uns irgendwie nicht so vor. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tja. Mal sehen, was der Hafen von Hamburg für uns so in Petto hat. Könnte ja sein, dass unsere Kontrollschilder aus Costa Rica das System blockieren. Nach fünf Minuten stehen wir am Schalter, wo der nette Beamte schnell herausfindet, dass der Sprinter noch nicht als Entladen verzeichnet ist. Unter Entschuldigungen bittet er uns noch zu warten, maximal drei bis vier Stunden, dann sei alles erledigt und wir können das Auto aus dem Hafen fahren. Ihm ist es leicht unangenehm, wir lachen in uns hinein. Europa hat uns wieder!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;15 Minuten später sind wir beim Bahnhof Veddel und suchen einen Geldautomaten. Unser erster Eindruck von Hamburg nach zwei Jahren ist... irgendwie türkisch. Wunderschönes Gemüse wird da feil geboten, die Männer sitzen mit ihrem Tee auf der Strasse, die Frauen sind vermummt. Willkommen in Deutschland. Wir kriegen jedenfalls um die Ecke billige Euros und fahren in die Stadt. Wow! Ein wunderschöner Frühlingstag bietet die perfekte Kulisse für einen ersten Stadtbummel. Wir stromern durch den Bahnhof und können uns nach vier Wochen kulinarischem - und optischem Mangel nicht satt sehen. Aber erst mal müssen wir zu ADAC. Dort kriegen wir ohne Aufhebens in Rekordzeit für 105 Euro eine Grenzversicherung. Mit dieser ist der Sprinter für 29 Tage versichert, auch in der Schweiz. Wir sind froh, dass das geklappt hat! Wenig später klingelt das Telefon, der Sprinter sei bereit zum Abholen - es ist keine Stunde vergangen, seit wir den Hafen verlassen haben. &lt;br/&gt;Wenig später sind wir wieder im Abfertigungsgebäude, haben uns eben eine Nummer (Fahrzeuge) gezogen und hingesetzt. Kaum eine Minute später kommt ein netter Mensch vom Zoll zu uns. „ Sie brauchen nicht zu warten, ist alles schon erledigt, sie können rausfahren.“ Wir sind platt. Nochmals durchs Drehkreuz, zum Sprinter, durch die Schranke und raus aus dem Hafen zum Campingplatz. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch dort alles wie gehabt. Wir stellen den Sprinter fast auf den selben Platz, auf welchem vor zwei Jahren der Iveco gestanden hat und räumen erst mal alles wieder an seinen Platz. Kurz halten wir inne. Keine Schäden, keine Einbrüche - Danke! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am nächsten Morgen wieder herrliches Wetter. Wir fahren los und haben nach 10 Kilometer Autobahn schon die Schnauze voll. Schnell beim Navi die Autobahn rausschmeissen, die nächste Ausfahrt raus und schon fahren wir mit gemütlichen 90 Sachen durch endlose Wälder. So passt das schon besser. Wir geniessen es, durch die kleinen, schmucken Dörfer zu fahren, kaufen irgendwo schön ein und freuen uns auf das erste selbstgekochte Essen seit vier Wochen. Irgendwann geht die flache Landschaft in Hügel und die Hügel in ein Minigebirge über. Wir sind im Harz. &lt;br/&gt;Ganz oben, Torfmoos heisst das, finden wir einen grossen Parkplatz. Hier bleiben wir. Bei einem Erkundungsgang finden wir erst Wanderwege, dann ein sehr gemütliches Restaurant, welches einen Sonntagsbrunch anbietet. Heute Samstag. Perfekt. Eine kalte Nacht später sitzen wir im rappelvollen Restaurant und ergehen uns in lukullischen Genüssen. Alles ist gut zubereitet, schmeckt und macht Laune. Kurz vor der Fressnarkose halten wir inne und wälzen uns auf einen Wanderweg zum Broken. Nach einer halben Stunde setzt die Verdauung ein und wir sind flott unterwegs. Wunderschön. Wie wir DAS geniessen. Kann man sich kaum Vorstellen, aber nach vier Wochen auf dem Schiff ist es der pure Genuss durch den winterlichen Harz zu wandern. Noch liegt Schnee auf den Wegen, was uns noch mehr Spass bereitet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Noch ein wenig Sonne getankt, dann gondeln wir wieder los. Wunderschön kurven wir durch den Harz, dann in die Ostzone, alles runter nach Weimar. Eine sehr schöne Fahrt, uns gefällt es hier und die Autobahnen können uns diesmal noch gestohlen bleiben. Wir haben es nicht eilig! &lt;br/&gt;Abends legen wir in Weimar bei Christine und Urs eine Punktlandung ein. Auf diesen Moment haben wir uns besonders gefreut. Fast zwei Jahre lang haben wir nach unseren Wanderwochen in den Rockys mit ihnen Kontakt gehalten und versprochen, auf der Heimreise bei ihnen zu halten. Und nun sind wir da. Riesenfreude. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weniger Freude macht uns der Sprinter. Seit Hamburg wurde er zunehmend schwammiger zu lenken, fast schon gefährlich im kurvigen Harz. Da passte es, dass wir in der unmittelbaren Nähe unserer Freunde eine MB Nutzfahrzeuge Werkstatt gesehen haben. Eigentlich wollten wir ja noch bis Österreich zu Oberaigner fahren, aber die 600 Kilometer trauen wir dem Sprinter irgendwie nicht mehr zu. &lt;br/&gt;In der Werkstatt haben sie Zeit, und wir lassen ihn da. Und da ist er nun seit drei Tagen. Die schlechten Strassen haben ihren Zoll gefordert und die Carretera Austral hat dem Fahrwerk den Rest gegeben. Die Traggelenke sind ausgeleiert und die Lenkungsdämpfer haben sich eigentlich aufgelöst. Zudem muss dringend das vordere Differenzial abgedichtet werden, und und und... billig wird das nicht!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tja. Und so sind wir hier sehr freiwillig und gerne für vier Tage gestrandet! Christine unternahm mit uns eine wunderschöne Wanderung bei Jena, wir besuchten das KZ Buchenwald und erholen uns davon bei einem Bummel durch Weimar. &lt;br/&gt;Morgen geht es weiter, nach Starnberg zu Verwandten, dann nach Luzern wo unsere Reise ihr Ende finden wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich werde hier noch ein Mal schreiben, von unserer Rückkehr. Der letzte Eintrag wird das dann. Jawoll!&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Buenos Aires - Zarate - Paranagua - Santos - Rio de Janeiro - Dakar - Hamburg</title>
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      <pubDate>Mon, 27 Feb 2012 00:39:26 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Eintrage/2012/2/27_Buenos_Aires_-_Zarate_-_Paranagua_-_Santos_-_Rio_de_Janeiro_-_Dakar_-_Hamburg_files/IMG_4280.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Media/object001_4.png&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:160px; height:121px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;1.	Februar 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es ist so weit. Wir packen unsere Sachen, checken aus und marschieren an einem erstaunlich kühlen Morgen durch das verwaiste Zentrum von Buenos Aires. So hätte uns die Stadt sicher mehr Spass gemacht als mit 36 Grad... &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach einer halben Stunde sind wir am Hafen und erleben zur Abwechslung mal eine angenehme Überraschung. Wir sind angemeldet, dürfen sofort durch die Sicherheitsschleuse und werden unverzüglich zum Sprinter gefahren. Begleitet werden wir vom Agenten von Grimaldi. Und der ist fast mehr erleichtert als wir, als wir den Sprinter unversehrt vorfinden. Uff. Uns fällt eine Zentnerlast vom Herzen! Nach Panama waren wir einfach mal davon ausgegangen, dass kein Camper ungestraft drei Tage in einem südamerikanischen Hafen steht. Wir sind erst mal begeistert und richten es uns bequem ein. Bis wir an Bord gehen, dürfte es noch Stunden dauern. &lt;br/&gt;Dauert es dann auch. Aber wir sind ja nicht alleine, auch Dave und Bob warten mit ihren Motorrädern auf das boarding und wir beschnuppern uns schon mal. &lt;br/&gt;Eigentlich wäre da noch ein dritter Engländer im Bunde, aber der hat es irgendwie am Samstag nicht zur Zollfeuerwehrübung geschafft. In der Annahme, dass wir erst am Mittwoch an Bord gehen, machte er - Terry - einen Ausflug nach Iguazu. Und da der Eigner des Fahrzeuges beim Zollprozedere zwingend anwesend sein muss, gab es halt für Terrys BMW keinen Zoll. So einfach ist das in Buenos Aires. Nun muss er es in Zarate versuchen, dort sollten wir ja in einer Woche oder so sein. Mal sehen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Drei sind übrigens die letzten 10 Monate von Vancouver nach Ushaia gefahren. Also ziemlich genau die selbe Strecke wie wir, nur einiges schneller. Sie haben sich die Reise zur Pensionierung geschenkt, was ich natürlich super finde!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Um 1600 Uhr geht es plötzlich schnell. Wir werden zur riesigen Grande San Paolo gelotst, fahren über die Rampe an Bord, dann steil in die Eingeweide des Schiffes und werden in ein Zwischendeck gewiesen. Deck 6. Dort stelle ich den Sprinter neben ein altes Feuerwehrauto, welches in Zarate von Bord geht. Gepäck raus, abschliessen, zum Lift und schon fahren wir hoch aufs Deck 12. Dort, ganz oben, sind die Kabinen, die Messe und Martin aus Indien, welcher uns zu unser Kabine bringt. Unsere Bleibe für die nächsten 30 Tage macht einen gemütlichen Eindruck. Durch das Fenster fällt helles Licht in die Kabine, und wir sind nun froh, dass wir uns upgegradet haben. Wir werden doch viel Zeit hier verbringen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;	1.	Februar 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weder gestern noch heute konnte der Koch überzeugen. Einerseits bin ich enttäuscht, anderseits hat das auch so seine Vorteile. Enttäuscht, weil auf der letzten Überfahrt vor acht Jahren der Koch jeden Tag glänzte und uns regelrecht über den Atlantik mästete. Was anderseits auch zu einer nicht unerheblichen Gewichtszunahme führte, was auf dieser Überfahrt bisher nicht zur Diskussion steht. Mal sehen wie sich das entwickeln wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir lernen die anderen Passagiere kennen. Da sind; &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bruno, 68, aus Frankreich. Hatte mal eine Pause von seiner Familie nötig und haute nach Patagonien ab. Der machte das schon früher und ging unmittelbar nach seiner Pensionierung mit 60 für eine paar Monate nach Alaska um zwischen Eisbären für ein paar Wochen in der Pampa zu campen und so. Leider spricht er, come habitude, nur sehr leidlich englisch. Aber wir haben ja viel Zeit hier... &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Donald, etwa gleiches Semester, aus Kanada. Pensionierter Rechtsanwalt welcher ebenfalls abhaute, aber vor dem Regen in Victoria. Meinte, dass eine zweimonatige Frachtschiffreise mal was anderes wäre und ist sich nicht mehr so sicher... Wir fragen uns, wie man es hier zwei volle Monate aushält. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Vor allem, da er die zwei Monate mit Betty, geschätzte 95, verbringt. Die quietschfidele und äusserst rüstige Hamburgerin lebt in Kanada und wir sprechen englisch mit ihr. Sie fährt seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, auf Frachtschiffen durch die Weltmeere und zwischendurch begleitet sie mal eben Konvois des Roten Kreuzes nach Russland. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine illustre Gesellschaft würde ich mal sagen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;	1.	Februar 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seit wir gestern morgen abgelegt haben sind wir noch nicht weit gekommen. Wir liegen in Sichtweite von Buenos Aires und dümpeln vor uns hin. Scheinbar ist kein Platz in Zarate für uns frei und wir müssen hier warten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Koch hat entweder ein seltenes Hoch oder zeigt Potential zur Steigerung seiner Fähigkeiten. Heute ist alles essbar und manches sogar gut. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;	1.	Februar 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Immer noch auf Reede. Donald ist leicht gefrustet, weil er sich nun drei Tage lang aus der Ferne die Skyline von Buenos Aires ansehen darf. Irgendwie hatte er sich das anders vorgestellt, als er die Reise buchte. Dakar, Rio, Buenos Aires, Karneval... nur gibt ein Frachtschiff einen feuchten auf die Interessen der Passagiere und legt dann halt nachts in Rio an und ist frühmorgens schon wieder weg.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;26. Februar 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Gestern ging es endlich weiter. An Buenos Aires vorbei in den engen Rio Parana bis nach Zarate. Ganz schön eng die Geschichte. Zumindest für ein so grosses Schiff wie das unsrige. Heiss und dampfend liegt zu beiden Seiten der Urwald, ab und zu eine Siedlung, mal erbärmliche Hütten, dann wieder mondäne Villen. Argentinien halt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;	1.	Februar 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir gehen an Land! Per Taxi geht es in die Innenstadt von Zarate... wo alle Läden zu sind. Son - und Feiertag in einem, da macht alles dicht. Zum Glück sind die Eisdielen und Restaurants offen, wir können so die Mails Checken und ein letztes Mal für die nächsten drei Wochen Internetgelüste befriedigen. Dave kommt mit uns und erweist sich als sehr angenehmer und interessanter Gesprächspartner - und was selten geworden ist - aus aufmerksamer Zuhörer. Schnell vergessen wir die Sache mit dem Internet und klappen den Mac zu. Natürlich haben wir noch lange Zeit, um miteinander zu quatschen, aber gewisse Stimmungen und Gelegenheiten für tiefe Gespräche kommen und gehen wie sie wollen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Zarate wird die meiste Fracht aus - und eingeladen. Wobei man da eher von ein - und ausfahren sprechen muss. Es werden einige hundert Fahrzeuge vom Fahrzeug runter gefahren und dann während zweier Tage 2500 Autos auf das Schiff gerollt. Alles Peugeots, Fiats und ein paar Sprinter. Wird alles in Argentinien für den europäischen Markt her gestellt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1. März 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir sind auf der Höhe von Florianopolis. Erinnerungen kommen hoch, als ich am Morgen zum Bullauge schaue und die Berge von St. Catalina sehe. Vor acht Jahren verbrachte ich dort eine gute Zeit.&lt;br/&gt;Gestern sind wir durch ein Gewitter nach dem anderen gefahren. Das Schiff begann erstmals zu rollen, was Nici eine etwas schlaflose Nacht bescherte. Ich habe davon nichts mitgekriegt, was ziemlich ungewöhnlich ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Inzwischen hat sich eine Art Routine eingespielt. Dominierend sind die Essenszeiten! 0730 Uhr Frühstück, 1100 Uhr Mittagessen und um 1800 Uhr Abendessen. Natürlich vergeht der Morgen wie im Flug, wogegen der Nachmittag die Tendenz entwickeln kann, sich wie ein schlechtes Fondue in die Länge zu ziehen. Zum Glück gibt es ein Gymnastikraum, welchen ich täglich nutze. Daneben gibt es eigentlich immer was zu tun. Fotos wollen sortiert -, Fotobücher zusammen gestellt - und Bewerbungsunterlagen erstellt werden. Alles Sachen, für welche sich eine solche Schiffsreise hervorragend eignet. Einmal zu Hause, werden uns ganz sicher andere Sachen in Anspruch nehmen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;	1.	März 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es gibt vermutlich nicht viel ungesündere Arbeitsplätze als der auf einem Frachtschiff. Keine Bewegung, fettiges Essen, das andauernde Dröhnen irgendwelcher Aggregate und dazu noch unregelmässige Arbeitszeiten. Vermutlich einer der Gründe, weshalb man auf diesen Schiffen Deutsche, Schweizer oder so eher selten finden wird. Es sind die aufstrebenden Schwellenländer, welche das Personal stellen. In unserem Fall Indien. Ein Grossteil der Crew sind Inder, die Offiziere zur Hälfte Inder, zur anderen Hälfte Italiener, also Sizilianer. Sollte man tunlichst nicht verwechseln. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Inder fallen vor allem durch ihre Freundlichkeit auf. Echt. Kaum begegnet man ihnen irgendwo im Gang, schalten sie freundlichstes Lächeln ein und grüssen freundlich. Sind wir nicht gerade in einem Hafen, haben sie immer Zeit für ein Gespräch. Dann stellen sie neugierige Fragen über unser Leben in Europa und erzählen mit offensichtlichem Stolz von ihrem Indien. Dem schönsten Land der Welt, wie sie sagen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Italiener sind... Italiener halt. Oder Sizilianer. Egal. Jedenfalls sind sie - historisch gesehen - ein bunter Mix aus Griechen, Sarazenen, Byzantiner und was sonst noch so alles in den letzten 2000 Jahren über das Mittelmeer geschippert ist. Würde ich das hier laut verkünden würden sie mich vermutlich bis Hamburg Kielholen. Jedenfalls sind sie bis anhin ganz nett zu uns. Vor allem die untergeordneten Chargen. Die grosse Ausnahme bildet der Kapitän. Was für ein Arschloch! Wenigstens zieht er es durch und sieht auch aus wie eines. Das macht es einfacher. Ein kleiner, dicker und arroganter Sack. Er gehört zu jener besonderen Spezies, welche ihre ausschliesslich Kraft ihres Amtes verliehene Autorität offensichtlich nur über arrogantes Auftreten transportieren können. Jedenfalls ist er bei der Mannschaft verhasst und hat sich auch bei uns ziemlich schnell unbeliebt gemacht. Egal. Wir brauchen ja nicht mit ihm zu sprechen und er meidet zum Glück jeden unnötigen Kontakt mit uns. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Uns ist ja klar, dass wir auf einem Frachtschiff mitreisen und nicht auf einem Kreuzer. Dennoch sind wir zahlende Passagiere und wollen auch als solche behandelt werden. Höflich und anständig. Besonders vom Chef. Mit dem Anspruch, dass wenn sich eine Firma für den Transport von zahlenden Kunden entscheidet, den Job auch anständig macht. Ein Anspruch, den ich vermutlich erst auf zentraleuropäischem Boden wieder geltend machen darf...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Worauf ich zum Koch komme. Dieser hat sich inzwischen irgendwo zwischen Essbar und leidlich gut eingependelt. Vereinzelte Mahlzeiten zeugen davon, dass er es eigentlich könnte. Wenn er wollte. Aber vermutlich will er nicht. Auch er kocht so wie er aussieht, was mich mahnt die nächste Lebenshälfte auch auf mein Äusseres acht zu geben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Unser Refugium ist unsere Kabine. Und die ist zum Glück in einem tadellosem Zustand. Alles funktioniert, alles ist so wie es sein sollte. Nicht ganz billig, die Aussenkabine, aber ihr Geld wert und als künftiger Schweizer Arbeitnehmer mehr als verkraftbar. Wir haben Tageslicht und ein wenig mehr Platz als in der Innenkabine. Vor allem ersteres ist nicht zu unterschätzen, wenn man die letzten zwei Jahre mehr oder weniger in der Natur verbracht hat. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was war noch... ach ja... in Paranagua konnten wir an Land gehen. Zwei Taxis brachten uns in den nächsten Supermarkt, wo wir uns mit Früchten und Schokolade für die Überfahrt über den Atlantik eindeckten. Abgesehen davon war es eine willkommene Abwechslung zum Schiffsalltag. &lt;br/&gt;Inzwischen haben wir die Häfen von Santos und Rio de Janeiro angelaufen und sind seit heute Morgen auf dem einwöchigen Weg nach Dakar, Senegal. Mal sehen...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;	1.	März 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Noch knapp 2000 Kilometer nach Dakar. Und noch ein paar Stunden, bis wir den Äquator kreuzen. Gestern Abend haben wir deshalb nochmals den Sternenhimmel nach dem Kreuz des Südens abgesucht, und es nochmals bestaunt, ehe es hinter dem Äquator verschwindet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit der Eintönigkeit der Schiffsreise kommen wir erstaunlich gut zurecht. Was nicht ganz selbstverständlich ist, wenn man sich von einem Extrem ins andere begibt. Von der unbegrenzten Mobilität zur maximalen Immobilität. Vier Wochen auf einem Frachtschiff bekommen nicht allen gleich gut. Hier muss jeder nach spätestens zwei Wochen die Hosen runter lassen. Nerven liegen blank - oder eben auch nicht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Uns hilft natürlich der mattschimmernde, graue Kasten, auf welchen ich gerade diese Zeilen einhämmere. Resp. die Dinge, welche wir mit ihm anstellen können, um die Zeit einigermassen sinnvoll zu nutzen. Da wären zum Beispiel unsere Fotobücher, an welchen wir mehr oder weniger fleissig basteln. Immerhin wollen 7000 Fotos der Reise durchgesehen, geordnet, ausgewählt und in ein ansprechendes Buchformat gebracht werden. Das braucht Zeit und Musse, von beidem werden wir vermutlich nach unserer Ankunft in der Schweiz beim Start in unser altes, neues Leben nicht haben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Oder Bewerbungsunterlagen. Musste ich erst mal alles neu erstellen, da die letzten 15 Jahre kein Anlass dazu bestand. Braucht Zeit und Ruhe, und genau davon mangelt es hier nicht. Gemäss GPS werden wir Dakar am 13. Feburar 2012, 0700 Uhr erreichen. Hoffen wir, dass der Sprinter auch diesen Hafen unbeschadet übersteht. Der Lademeister kriegt nämlich schon ein nervöses Augenzucken, wenn er mich von weitem sieht. Seit Buenos Aires gehe ich ihm wegen des Sprinters auf den Sack. Der Arme. Hat mit seinen 800 Containern und ca. 3000 Autos, Lastwagen und Baumaschinen sicher andere Sorgen. Aber so hat ein Jeder seine ganz eigenen Prioritäten. Und unsere ist, dass der Sprinter heil in Hamburg ankommt. &lt;br/&gt;So stehen wir wie treue Hunde bei jeder Anlandung unten beim Lademeister und vergewissern uns, dass niemandem dem Sprinter zu nahe kommt. Uns selbst ist es fast unmöglich, 24 Stunden unablässig beim Auto aufzupassen. Und auch nicht erlaubt. Als ich mich in Rio mit einem Buch und einer Flasche Wasser auf dem Beifahrersitz einrichtete, wurde ich vom Lademeister höflich aber bestimmt vom Deck verwiesen. Diskussionen sinnlos. So ist das auf Frachtschiffen, da hat der gemeine Passagier nicht viel zu melden, auch wenn es um seine Fracht geht. Bisher, hatten wir entweder Glück, oder die Jungs von Grimaldi passen wirklich auf ihn auf. Jedenfalls ist noch alles heil. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;	1.	März 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Atlantiküberquerung liegt hinter uns. Eben so wie Senegal und Mauretanien. Zur Zeit fahren wir mit top speed, das heisst 18 Knoten oder ca. 32 Km/h auf die Kanarischen Inseln und somit auf Europa zu. Langweilige Routine an Bord, aufgelockert durch 24 Stunden Aufenthalt in Dakar, der Hauptstadt des Senegals. Während sich dort die Bevölkerung der Stadt damit anfreunden muss, sich wie der grosse Rest Afrikas bis zum nächsten Bürgerkrieg von einem starrsinnigen und machtgeilen Greis beherrschen zu lassen, schauen wir dem Treiben auf den Docks zu. &lt;br/&gt;Tja, was soll man da gross sagen. Jede verdammte Ecke des Hafens bestätigt die Tatsache, dass Senegal zu den ärmsten Ländern der Erde gehört. Was ihren Präsidenten natürlich nicht daran hinderte, sich für ein paar Millionen Euro in Form eines hässlichen Monumentes aus Kupfer zu verewigen. Und die armen Teufel, welche für einen Monatslohn von 50 Euro Container für Container am Schiff befestigen haben ihn „gewählt“... &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nochmals eine grosse Erleichterung für uns, der Sprinter hat auch den Hafen von Dakar ohne Einbruch überlebt. Keine Selbstverständlichkeit, wie wir leider von vielen anderen Reisenden erfahren mussten. Nur die Öllache breitet sich unschön unter dem vorderen Diff aus und zeugt einerseits von der langen Standzeit auf dem Schiff, und anderseits der Dringlichkeit einiger Wartungsarbeiten!  Noch fünf Tage bis Hamburg...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;	1.	März 2012&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Morgen ist es so weit. Wir werden in Hamburg an Land gehen und dann schliesst sich der Kreis nach zwei Jahren wieder. Seit ein paar Tagen entwickeln wir blühende Fantasien über unsere erste Mahlzeit an Land. Nach vier Wochen knapp akzeptablem Essen lechzen wir und unsere Verdauungssysteme nach frischem Gemüse und schmackhaft zubereiteten Lebensmitteln. Pasta und Pizza wird die nächsten Wochen erst mal gestrichen!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die letzten Tage waren richtig zäh. Wir stellten unsere Fotobücher fertig und machten noch ein paar Hörbücher nieder, aber das näher kommende Ende der Reise liess die Zeit unweigerlich ausdehnen. Irgend ein psychlogisch/physikalisches Gesetz, nehme ich mal an...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bereit sind wir nun. Ein Teil ist gepackt, die originalen Kontrollschilder aus Costa Rica prangen am Sprinter, die Batterie ist wieder angeschlossen. Kann also los gehen, zumindest bis zum Deutschen Zoll. Gestern haben sie uns einen Fackel in die Hand gedrückt, welcher uns über neue EU Zollrichtlinien informierte. Mal sehen, was da auf uns zukommt. Kann nicht schlimmer sein, als Mittelamerikanische Zollbestimmungen - oder?!&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Km 63 800 - Esquel - El Bolson - Puerto Octay - Pucon - Buenos Aires</title>
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      <pubDate>Sun, 19 Feb 2012 13:50:44 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Eintrage/2012/2/19_Km_63_800_-_Esquel_-_El_Bolson_-_Puerto_Octay_-_Pucon_-_Buenos_Aires_files/IMG_3949.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Media/object002_1.png&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:160px; height:121px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Das Zentrum von Buenos Aires hat auch schon mal besser ausgesehen! Irgendwie wirkt die Stadt abgefuckt, heruntergekommen und entbehrt dabei jeglichem Flair. In der Florida, einer langen Fussgängerzone reihen sich fantasielose Kitschläden an noch fantasielosere Kleiderläden. Dazwischen lümmeln schlecht gelaunte Gestalten herum, welche völlig unmotiviert versuchen irgendwelche Tangoshows, Lederwaren oder ein Mittagsmenü zu vermitteln. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aber wir sind ja auch nicht hier, um Buenos Aires zu besichtigen - oder besser gesagt - um Buenos Aires willen. Dies ist einfach nur die Stadt, von wo aus unser Schiff nach Europa ablegt, ansonsten wären wir ziemlich sicher nicht bei 36 Grad hier her gefahren. Nun sind wir aber da und mussten einmal mehr unser Auto für drei Tage in die Obhut des Zolls geben. Aber mehr dazu später. Nach einigen Zeilen zu unserer Fahrt von Esquel nach Buenos Aires. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach vier sehr, sehr schönen Tagen im Parque Nacional Los Alerces fahren wir nach Esquel. Eine kleine, aber sehr nette Stadt und der ideale Einstieg in die Zivilisation nach drei Wochen Carretera Austral und Los Alerces. Wieder führte uns die Routa 40 nach El Bolson und auf dem Weg dahin schliesst sich der Kreis unserer Patagonienrunde, welche wir vor fast drei Monaten begonnen haben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;El Bolson ist... na ja.. einfach voll! Unglaublich. Wo kommen alle diese Leute her. Uns schien, dass ganz Argentinien in El Bolson Urlaub machte. War dies vor knapp drei Monaten noch eine verschlafene, ruhige Stadt, ist es nun der argentinische Ballermann! Gewusel bis in die Nachtstunden und auf den Strassen jede Menge argentinische Männer aller Altersgruppen welche dem beeindrucktem Publikum stolz und ohrenbetäubend ihre neuesten offene Auspüffe präsentieren. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mal ehrlich. In einem sind sich Deutsche, Amis und Argentinier ziemlich ähnlich. Also die Männer natürlich. Das Auto ist ihr liebstes Kind. Interessant ist, wie verschieden das ausgelebt wird. Am sympathischsten machen das die Amis. Für sie ist das Auto zwar die heilige Kuh, muss gross sein und möglichst viele fossile Brennstoffe vernichten... aber irgendwie machen sie das unaufgeregt. Sie fahren bedacht, machen dabei keinen Lärm und nerven niemanden. Ein wenig anders die Deutschen. Sie sind mit Recht stolz auf die hervorragende Technik ihrer fahrbahren Untersätze, verlieren aber auf der Autobahn angesichts der 20 schützenden Airbags und zu vielen PS manchmal jegliches Verhältnis zur Physik. Sympathisch dabei ist, dass die Autos nicht nur sicherer, sondern auch leiser werden. &lt;br/&gt;Sehr unsympathisch zelebrieren die Argentinier dagegen ihre Mobilität. Da man auch einen alten Kleinwagen mit wahnwitziger Geschwindigkeit durch eine Stadt voller Touristen prügeln kann, beschränken sie sich darauf ihren Lieblingen einen möglichst lauten Auspuff zu verpassen. Da eine solche Anschaffung ständig amortisiert werden muss, wird der Motor bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf Touren gebracht. An der Ampel, beim Ein - und Ausparken oder beim Fahren in der Kolonne. Kupplung rein, Gas auf. Und nein. Es sind nicht picklige Jungs vom Lande, JEDER tut es! Versucht man sie darauf anzusprechen stösst man auf Unverständnis. Klar, jeder Argentinier sei im Grunde ein Rennfahrertalent und müsse diesem Talent natürlich jederzeit und überall gerecht werden. Und das gehe nun mal nur mit der richtigen Geräuschkulisse und Vollgas. Klar - oder?!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir verlassen das röhrende und mit 34 Grad zu heisse El Bolson und rutschen nochmals via Bariloche rüber nach Chile. Zufällig finden wir am Lago Llanquihue in Puerto Octay ein wunderbares Plätzchen direkt am See. Die nächsten Woche bleiben wir hier. Wunderbare Temperaturen, ab und zu im See schwimmen und fünf kleine Supermercados im Ort zu Fuss erreichbar. Wir sind glücklich, der perfekte Ort um die Reise schon mal ein wenig abzuschliessen. Natürlich hält die Ruhe nicht lange. Wir lesen gerade friedlich als mal wieder ein weisser Ford Transit aus Bern auf unser heiliges Plätzchen rollt. Hätten wir ihnen die GPS Daten nicht geben sollen...?! Die nächsten drei Tage verbringen wir mit Ursi und Peter, essen Raclette, schwimmen und bereiten uns Mental auf die Hitze in Buenos Aires vor. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Doch noch sind es drei Wochen bis zur Verschiffung und wir haben eine geplante Rundreise nach Nordargentinien, Iguazu und Urugay längst gekippt. Angesichts 40 Grad da oben wissen wir, dass das nichts für uns ist. Schade. Ich wäre gerne nochmals durch die Berge bei Florianopolis gefahren, aber so wäre für uns jede Minute eine Qual. Also fragen wir bei Ricardo an, ob eines seiner Häuser noch frei ist und ziehen wenig später in ein kleines Häuschen am Waldrand ein. Die nächsten zwei Wochen geniessen wir die kühlen Wälder, die Ruhe und nehmen so Abschied von Südamerika und von der Reise. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dann geht es schnell. Eines morgens fahren wir in Pucon ab und rutschen in drei Tagen die 1800 Kilometer nach Buenos Aires. Unterwegs geniessen wir die letzten freien Übernachtungen und werden mit schönen und ruhigen Plätzen belohnt. Nicht so schön sind 38 Grad in der Pampa. Wir fahren um fünf in der Früh los, machen nachmittags Siesta und hängen Abends noch ein paar Stunden ran. Etwa eine Stunde vor Buenos Aires finden wir an einem See einen wunderbaren Platz, der letzte der Reise! Wieder sind wir sehr früh unterwegs und stehen noch vor dem grossen Morgenverkehr um sieben auf einem bewachten Parkplatz am Hafen von Buenos Aires. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Will man mit Grimaldi sein Auto verschiffen, hat man einige Tage vor dem Verschiffungstermin in Buenos Aires zu erscheinen und mit der Agentur vor Ort Kontakt auf zu nehmen. Diese sind dann dafür verantwortlich, dass man alle nötigen Infos erhält, wann man wo sein muss um an Bord zu gelangen. Das haben wir natürlich gemacht und uns schon eine Woche vor der Verschiffung bei Martin von Grimaldi gemeldet. Wir Schweizer, wir. Alles klar, das Schiff gehe am 21. Februar, er maile uns kurz vorher alle nötigen Daten durch. &lt;br/&gt;Tage vergehen und wir erfahren am Freitag per Zufall, dass ein langes Wochenende ansteht. Karneval. Von Samstag bis Mittwoch alles dicht. Da wir uns auf dem Kontinenten befinden, auf welchem nur das gelingt, was man selbst anpackt, melde ich mich bei Martin ob das einen Einfluss auf unsere Verschiffung habe. &lt;br/&gt;Natürlich hat es. Plötzlich heisst es, dass wir am Samstag 0830 Uhr am Hafen sein müssen und das Auto bis zur Abfahrt des Schiffes am Dienstag dort stehen lassen müssen. Warum? Weil der Zoll nur noch bis Samstag Mittag arbeitet, dann erst am Mittwoch wieder... hastetöne?! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir fluchen und ärgern uns gebührlich, aber es bringt nichts. Es lo que hay... sagen wir seit längerem.. es ist, was es gibt! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Also stehen wir pünktlich um 0830 am Hafen... und warten. Kurz nach uns tuckern zwei Motorräder an, Bob und Dave, welche auch mit uns verschiffen werden. Nach und nach rollen noch einige Reisemobile an, sie alle verschiffen heute, ein Schiff vor uns. Wir beneiden sie darum! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nur zwei Stunden später erscheint endlich der Agent von Grimaldi. Nicht dass es ihn kümmert ein dutzend zahlende Kunden warten zu lassen. Nein, das kann man ihm sicher nicht nachsagen. Ich kann mir aber leibhaftig vorstellen, wie er reagieren würde, wenn man IHN so lange in der Sonne stehen lassen würde. Ich schlucke meinen Ärger runter und murmle mein Beruhigungsmantra „es stört nur mich, es stört nur mich, auf diesem Kontinenten kümmert das sonst niemanden, nur mich... „&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dann geht es relativ rassig. Wir warten noch ein wenig, dann fahren wir ein wenig im Hafen herum. Warten nochmals ein wenig vor einem mobilen Scanner, dann dürfen wir zur Mole fahren. Dort stellen wir den Sprinter ab und seufzen. Was solls. Wir haben alles einigermassen wertvolle raus genommen und die Heckflügeltüren von innen mit drei Schlössern vermacht. Mehr geht nicht. Mal sehen, ob der Hafen in Buenos Aires sicherer ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Morgen früh geht es auf‘s Schiff. Dann werden wir drei oder vier Wochen auf hoher See sein bis wir irgendwann im März in Hamburg wieder an Land gehen werden. Egal was noch kommt, wir freuen uns auf die Seereise und wir freuen uns auf unsere Zickzacktour durch Deutschland wo wir viele liebe Freunde besuchen werden! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mal sehen, was es von so einer Frachtschiffreise zu berichten gibt. Ach ja, wer unsere Reise verfolgen will kann das hier: &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;http://www.marinetraffic.com/ais/de/shipdetails.aspx?MMSI=247091500&quot;&gt;http://www.marinetraffic.com/ais/de/shipdetails.aspx?MMSI=247091500&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;oder &lt;a href=&quot;http://www.marinetraffic.com/&quot;&gt;www.marinetraffic.com&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;und in der Suchfunktion nach der Grande San Paolo suchen&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;hier kann man dann auf „aktuelle Schiffroute“ klicken und sieht dann das Schiff mehr oder weniger in Echtzeit auf google maps. Die Signale werden via AIS übermittelt, kann manchmal ein paar Stunden oder sogar Tage hinter her hinken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Km 60 230 - Puerto Natales - Torres del Paine - El Calafate - Perito Moreno - El chalten - Routa 40 - Paso Roballos - Cochrane - Carretera Austral - Futaleufu - Los Alerces</title>
      <link>http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Eintrage/2012/1/5_Km_60_230_-_Puerto_Natales_-_Torres_del_Paine_-_El_Calafate_-_Perito_Moreno_-_El_chalten_-_Routa_40_-_Paso_Roballos_-_Cochrane_-_Carretera_Austral_-_Futaleufu_-_Los_Alerces.html</link>
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      <pubDate>Thu, 5 Jan 2012 21:02:23 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Eintrage/2012/1/5_Km_60_230_-_Puerto_Natales_-_Torres_del_Paine_-_El_Calafate_-_Perito_Moreno_-_El_chalten_-_Routa_40_-_Paso_Roballos_-_Cochrane_-_Carretera_Austral_-_Futaleufu_-_Los_Alerces_files/IMG_2213.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.bigbreak.ch/bigbreak/Logbuch/Media/object001_5.png&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:160px; height:121px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Ein gemütliches Plätzchen haben wir gefunden. Neben einer kleinen, weissen Kapelle, weg vom Rummel des Parque National los Alerces. Eigentlich wollten wir ja den Wasseranschluss neben der Kapelle nutzen, unseren Sprinter in einer grösseren Aktion innen vom Staub der Routa 40 und der Carretera Austral zu befreien. Alles ausräumen, entstauben, wieder einräumen. Kaum hatten wir die ersten Sachen draussen, tröpfelte es und nun sitzen wir gemütlich bei einer Tasse Kaffee im noch verstaubten Camper... und geniessen es! &lt;br/&gt;Wir wollen ja nicht undankbar sein... aber die letzten Wochen waren immer irgend etwas zwischen sehr warm und gegen Ende viel zu heiss. Dazu Staub, ein heisser Wind und zuletzt noch ganz feine Asche der nahen Waldbrände. Soll uns also niemand böse sein, wenn wir nun einen wunderschönen, angenehm kühlen Regentag geniessen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Endlich Gelegenheit, zu versuchen den letzten Monat Revue passieren zu lassen. Nicht ganz einfach. Ohne Bilder wäre ich fast ein wenig aufgeschmissen... wir bekamen nochmals die geballte Ladung Patagonien verpasst. Und das war so...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;...noch regnet es, Ende Dezember in Ushuaia. Noch wissen wir nicht, dass dies der letzte richtige Regentag für einen Monat sein wird. Noch freuen wir uns einfach darauf, dass es nur diesen einen Tag regnet und fahren aus Ushuaia raus, wieder hoch zur Fähre. &lt;br/&gt;Wir finden abends ein wunderbar einsames Plätzchen am Meer, wo wir beim Kaffee nach dem Essen das erste Mal auf unserer Reise durch Klopfgeräusche an der Schiebetür aufgeschreckt werden. Draussen steht ein bärtiger Mann, welcher mit schrecklichem brasilianischem Akzent auf Spanisch von einem Selbstmörder schwafelt, welcher im Begriffe sei sich in den Fluten des Meeres zu ertränken. Wir versuchen den Mann zu beruhigen, da wir diesen vermeintlichen Suizidkandidaten auf unserem Spaziergang vor zwei Stunden gesehen hatten - mit einer kompletten Fischerausrüstung inklusive Wasserhosen. Doch der selbsternannte Retter lässt sich nicht von seiner Überzeugung abbringen, ruft etwas von Polizei benachrichtigen, und braust davon. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Etwas verunsichert spaziere ich nochmals zur Bucht hinab und sehe ganz klar den Fischer in der Brandung mit Reussen hantieren. Nun erinnere ich mich an die dicken Brillengläser des aufgeregten Brasilianers und zurück im Sprinter fragen wir uns ob - und wenn ja - wann jemand kommt. Nach einer halben Stunde rumpelt der ramponierte Renault des Fischers an uns vorbei und nochmals 20 Minuten später taucht tatsächlich ein noch ramponierterer Jeep der Polizei auf, dreht eine Runde, und schaukelt wieder zur Strasse zurück. Der Fels gehört wieder uns und den Vögeln. Scheint zu funktionieren, das mit dem Notruf hier. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im chilenischen Teil Feuerlands, so wurde uns als Geheimtip verkündet, gäbe es einen privaten Strand, auf welchem sich vor einiger Zeit Pinguine niedergelassen hätten. Nicht irgendwelche Pinguine, nein, Königspinguine. Das sind die grossen mit den hübschen gelben Puscheln am Kopf. Noch käme man einfach so an die Tiere heran, brauche nichts zu bezahlen, die Besitzer des Platzes seien nett und würden sich einfach der Tatsache erfreuen ausländischen Besuchern die Pinguine zugänglich machen zu können. Das wäre für Chile ja unerhört einmalig, also... nicht das mit den Pinguinen... aber das mit dem kostenlos und so. Also nichts wie hin.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Wetter stimmt. Ein mit hübschen Schäfchenwolken verzierter Himmel verschönert die langweilige Pampa, und wir beschliessen an einer Kreuzung ca. 20 Kilometer vor diesem besagten Strand etwas zu essen. Kaum haben wir den letzten Bissen unten, hören wir ein vertrautes Tuckern. Es sind Carola und Dani mit ihren 650ern, welche wir schon auf der Routa 3 und in Ushuaia getroffen haben. Sie kommen gerade von den Pinguinen und berichten uns, wie es dort wirklich läuft. Der Besitzer verlange seit einiger Zeit Geld. Ganze 25 Dollar pro Person. Links und rechts seines Strandes habe er einen Sichtschutz errichtet, so dass man die Pinguine auf seinem Stück Land nicht einfach per Tele von der Nachbarparzelle aus fotografieren könne. Reisende, welche sich über den Preis beschweren und unverrichteter Dinge wieder wegfahren würden, begegne er leicht aggressiv... &lt;br/&gt;Sie selbst haben in den saueren Apfel gebissen, das Geld hingelegt und dafür ein paar wirklich saugute Fotos dieser Pinguine geschossen, welche man sonst ausschliesslich in der Antarktis findet. Wir empören uns gebührlich über den überrissenen Preis, sehen uns mal wieder in all unseren Vorurteilen gegenüber Chilenen bestätigt und sparen uns den Umweg. Nicht wegen des Geldes, aus Prinzip. Von mir aus könnten dort die Pinguine schlittschuhlaufend einen doppelten Axel hinlegen - nicht für 25 Dollar... und wenn ich Millionär wäre... grmpffl!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schnell sind wir an der Fähre, erspähen mit viel Konzentration einige dieser kleinen schwarzweissen Delphine in der Bugwelle und schlagen gemeinsam mit unseren Eidgenossen ein paar Kilometer nach der Anlegestelle in der Pampa das Lager auf. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dann ist mal wieder Kilometer fressen angesagt. Auf einer guten Strasse gleiten wir nach Puerto Natales. Erst noch durch Pampa, dann immer schöner durch hügeliges Gelände. Der Wind nimmt, wenn das noch möglich ist, zu und die ersten windgebeugten Bäume tauchen auf. Bizarre Gebilde, deren gesamte Baumkrone durch den ewigen Wind in seine Richtung gezwungen wurde. Am späten Nachmittag sind wir in Puerto Natales und überfahren auf der Plaza fast Peter. Er und Ursi sind kurz vor uns angekommen und wir gehen erst mal gemeinsam Essen. Nachdem wir danach in der neuen Touristeninformation an der Plaza mit allerlei Karten und Infos über den Torres del Paine eingedeckt wurden, gehen wir auf Grosseinkauf. Eine Woche wollen wir im Park bleiben. Wandern wollen wir, gut essen und nicht in den teuren Läden des Parks einkaufen müssen.&lt;br/&gt;Im örtlichen Supermarkt treffen wir das erste Mal auf dieser Reise auf unsere Freunde aus dem nahen Osten. Nicht dass wir sie vermisst hätten... aber das sofort wieder vertraute, laute und dominante „Schächeläbatschächem -&lt;br/&gt;schachab....“ lässt uns lächelnd an unzählige Anekdoten unseres letzten Südamerikabesuchs erinnern. Hier sind sie also wieder, und nichts hat sich geändert. Immer noch tauchen sie in Scharen auf, immer noch tragen sie lustige Harrreife in ihrer lockigen Haarpracht, also die dürren Burschen, und immer noch tragen sie das billigste Brot und den billigsten Packen Porrigde an die Kasse. Hart im Nehmen sind sie ja, die Töchter und Söhne Israels. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir selbst fühlen uns angesichts solcher Sparübungen leicht dekadent, als wir unseren gut gefüllten Einkaufswagen an die Kasse schieben. Aber nur sehr leicht, und nur sehr kurz. Denn wir freuen uns schon auf all die leckeren Sachen, die wir uns im Park nach anstrengenden Wanderungen kochen werden! Insbesondere auf das bisschen mehr als ein Kilo Lomo, welches ich mir vom Metzgermeister habe abschneiden lassen . Feinstes Filet am Stück, welches nach und nach in Geschnetzeltem, dann in Tacos, und als Krönung in drei Zentimeter dicken Medallions seine Verwendung finden wird. Das Leben ist definitiv zu kurz, um schlecht und billig zu essen..! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Alles verstaut, getankt, Wasser aufgefüllt, los geht‘s. Nach ein paar Stunden taucht das Paine Massiv am tiefblauen Horizont auf. Wir glauben es fast nicht. Als ich das letzte Mal hier war, durfte ich fast eine Woche in Puerto Natales auf gutes Wetter warten, welches nie eintraf und weshalb ich den Park auch nie gesehen habe. Nun fahren wir bei bestem Wetter und einer brutal guten Sicht in den Park rein. Ausgleichende Gerechtigkeit, würde ich mal sagen. Im Park fahren wir über eine sehr, sehr schmale Brücke (Minimalisten!) zur Hosteria las Torres. Eine Luxuslodge am Fusse des Massivs. Dort gibt es zwar einen teuren Camping, wir geben uns aber auch mit dem schönen Grasparkplatz der Lodge zufrieden. Da wir die je 30 Dollar Eintritt in den Park ganz schön happig finden, beschliessen wir kurzerhand dass darin auch eine heisse Dusche mit inbegriffen sein muss. Deshalb benutzen wir ohne schlechtes Gewissen die heisse Dusche des parkeigenen Campingplatzes für welche wir nochmals je 10 Dollar hinlegen müssten. &lt;br/&gt;Dieser Teil Patagoniens, egal ob in Chile oder in Argentinien, ist kein billiges Reisepflaster. Klar muss das Geld in einer sehr kurzen Saison rein kommen, dennoch stehen Angebot, Infrastruktur und verlangte Preise in keiner sinnvollen Relation. Wir denken an die 80 Dollar, welche ein Jahrespass für sämtliche Nationalparks in den USA kostet. Und welche Infrastruktur man da benutzen kann... auch wenn das leider bald alles Geschichte sein könnte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bei bestem Wetter steigen wir zu den Torres hoch, tuckern durch den Park, wandern da und dort ein wenig herum und sitzen einen windigen Halbregentag in der luxuriösen Hosteria Lago Grey aus, wo wir zwei Nächte auf dem Parkplatz stehen. Da in diesen Teil des Parks keine Rucksacktouristen kommen, gehen wir beim Personal automatisch als zahlungskräftige Gringos durch und dürfen uns ungestört bei einem teuren Expresso den ganzen Tag in der Lounge mit Sicht auf den Lago Grey, Glescher und die umliegenden Berge herum lümmeln und dabei unseren Mac wieder aufladen. Als Abschluss steigen wir zum Mirador Ferrier auf, von wo wir eine sehr windige aber auch sehr schöne Aussicht auf die Gletscher Grey und Pingo haben. Perfekt!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach fast einer Woche und mit stark reduzierten Vorräten verlassen wir erst den Park, dann Chile. Eine ziemlich neue Strasse führt uns durch die Pampa nach El Calafate und von dort aus zum Perito Moreno Gletscher. Geschmeidig kurven wir auf neuem Asphalt bis zu einem neuen Besucherzentrum und ich erinnere mich an die enge, löchrige Piste und den Kiesplatz vor dem Gletscher. Und dann erkenne ich gar nichts mehr. In der Zwischenzeit sind die Besucherterrassen verschwunden und haben einem Labyrinth aus eleganten Stegen aus Holz und Stahl Platz gemacht. Kilometer weit kann man auf diesen fast jeden erdenklichen Punkt rund um den Gletscher erreichen und auf zahlreichen Terrassen mit Sitzbänken den Gletscher bestaunen. Wir tun das. Und zwar ausgiebig und antizyklisch. Abends, als der Park leer und still ist, gehen wir nochmals vom Parkplatz zum Gletscher. Ist schon mal ganz eine andere Stimmung, so alleine ohne störende andere Touris. Bis um zehn Uhr abends ist es noch angenehm hell... und still. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit uns stehen natürlich Ursi und Peter und natürlich auch Manu und Kay auf dem Parkplatz. So klein ist Patagonien...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am nächsten Morgen stehen wir schon kurz nach sieben vor dem Gletscher und haben ihn nochmals alleine für uns, bis nach neun die ersten Busse ihre lärmende und aufgekratzte Ladung heran karren. Wir bleiben, bis uns am späten Nachmittag ein paar geriatrische Busladungen zu fest auf den Keks gehen und fahren weiter. &lt;br/&gt;Wieder geht es durch Pampa, wieder auf einer neuen Asphaltdecke, welche für mich eine spezielle Freude ist. Vor acht Jahren gehörte die Piste von Calafate bis El Chalten zu den schlimmsten Patagoniens. Ich erinnere mich an hirnerschütterndes Wellblech und den gebrochenen Rahmen und die herunter hängende Cockpitverkleidung am Motorrad. Tja, das war noch pures Abenteuer als noch alle 350 Kilometer etwas geschweisst werden musste. Von Puerto Natales bis Puerto Montt, fast 2000 Kilometer Schotter. Die Routa 40 so schlecht, dass die Busse nach Perito Moreno und Chile Chico einen Umweg von 1500 Kilometer über die Routa 3 machten und sich die Motorradfahrer in Ushuaia am Lagerfeuer Schauergeschichten über den knietiefen Schotter zwischen Tres Lagos und Bajo Caracoles erzählten. Alles Geschichte. Heute fährt das meiste davon auf Asphalt, den Rest auf glatt gebügeltem Schotter. Gezähmtes Patagonien... wir finden es gut! &lt;br/&gt;Klar gibt es ein paar Nostalgiker, welche über neue Strassen in Südamerika klönen und sich sogar zur Behauptung versteigen, dass damit die Romantik verloren gehe. Romantik? Hallo?! Fänden es diese Typen auch romantisch eben mal von München nach Hamburg auf einer löchrigen Wellblechpiste fahren zu müssen? Oder fänden sie es auch romantisch an einer staubigen Piste wohnen zu müssen, so dass jeder Gang zu Fuss ums Haus in einer grossen, romantischen Staubwolke statt findet? Vermutlich fänden sie es auch romantisch, ihre Fahrzeuge ständig schweissen zu lassen... also die Bewohner Patagoniens finden das mit den neuen Strassen sicher auch ziemlich blöd...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir gleiten also auf einer wunderbar unromantisch neuen Strasse nach El Chalten, und auch hier ist uns das Wetter gnädig! Wieder können wir bei schönstem Wetter zum Cerro Torre wandern, stehen gemeinsam mit Ursi und Peter (Patagonien ist ja soooo klein...) auf dem Parkplatz des Trailheads und finden ein echt leckeres Restaurant. Sollte jemand demnächst nach El Chalten kommen empfehlen wir das kleine, aber gediegene „Como Vaca“, unbedingt die 300 Gramm Lomo vom Grill bestellen!!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach vier Tagen ziehen wir weiter. Natürlich haben wir in El Chalten auch unsere Motorradfahrer getroffen und bieten ihnen an, auf der Strecke bis zur Carreterra Austral Benzin und Verpflegung mit zu nehmen. Es gibt zwar so alle 300 Kilometer eine Tanke, welche jedoch unter notorischem Benzinmangel leiden. Auch sonst ist auf den nächsten knapp 600 Kilometer nicht viel los. Nur zwei kleine Siedlungen, ob es da was gibt ist ungewiss. Wir selbst tanken knapp 150 Liter, damit sollten wir bis weit in die Carretera Austral kommen. Nach Tres Lagos ist Schluss mit Asphalt und wir ziehen unsere Staubfahne über eine überraschend gute Piste durch die Pampa. Ab und zu schaukeln wir mal wieder 20 Kilometer über eine schlechte Notpiste neben einer fast neuen Asphaltstrasse, meist geht es jedoch flott voran. Zwischendurch werden wir mit 50 Kilometer Asphalt belohnt (die Romantiker bestraft :-) und betanken ab und zu unsere Motorradfahrer. In der Nacht stellen sie ihr Zelt im Windschutz des Sprinters auf und wir kochen gemeinsam Ghackets und Hörnli.  Spätestens in Bajo Caracoles sind sie auch froh über den extra Sprit, kein Benzin an der örtlichen Tanke.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nun wäre es Zeit, kurz aufs Klo zu gehen und die Schüssel mit den Chips wieder aufzufüllen... könnte noch länger werden hier. Jesses, die Carretera Austral kommt ja auch noch!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Bajo Caracoles verlassen wir die Routa 40 und fahren wieder in die Anden, zum ersten befahrbaren Pass nach Chile im Süden, dem Paso Roballos. Ich habe die Strecke als wild und wunderschön in Erinnerung, und sie ist noch viel wilder und schöner! Nach einer weiteren gemeinsamen Übernachtung in der Pampa geht es nach Lago  Posadas hoch in die Berge.  In schier endlosen Kurven schnurrt unser Sprinter über den Schotter. Immer wieder müssen wir anhalten um die grandiose Landschaft zu geniessen und zu fotografieren. Schlicht der Hammer! Die Piste wurde noch vor nicht all zu langer Zeit verbreitert und ist gut geschoben. Keine Löcher, kein Wellblech, perfekt! Seit wir die Pampa verlassen haben, fahren wir durch Steingebilde in allen Rottönen. Könnte auch im Westen der USA liegen, irgendwo zwischen Capitol Reef und Zion NP... nur romantischer... aber sicher einsamer. Wir gelangen auf eine Hochebene, fahren noch über ein, zwei kleine Pässchen und dann ist es zunächst ein wenig grüner, dann grün. Irgendwo im Nichts erspähen wir eine kleine Blockhütte, den argentinischen Zoll. Schnell werden wir abgefertigt, ist ja sonst keiner da, und schon fahren wir auf einer sehr engen Piste nach Chile. Nach 10 Kilometer der chilenische Grenzposten, nicht viel grösser. Hier darf ich die Einreisepapiere für den Sprinter selbst ausfüllen, während der Zollbeamte wieder essen geht. Wir klopfen ihn nochmals vom Tisch weg, er knallt uns nicht unfreundlich die Stempel in und auf alle erforderlichen Papiere und weiter geht es. Für ihn wieder an den Mittagstisch, für uns runter an die Carretera Austral. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nun kommen wir erst richtig in die Anden rein. Immer noch fahren wir durch die absolute Einsamkeit, entlang eines kleinen Flüsschens, vor uns eine Wolkenwand zwischen den Felswänden. Noch sind es angenehme 23 Grad, als wir in die dunklen Schwaden eintauchen. Innerhalb von wenigen Minuten sind wir in einem fröhlichen Eisregen und das Thermometer zeigt noch ganze 1.5 Grad an. Patagonien! Nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei und wir fahren wieder unter fast klarem Himmel durch die Berge. Die Piste ist gut, die Landschaft atemberaubend und wir guter Dinge! So haben wir es wirklich nicht eilig, ins vergleichsweise hektische Zentralchile zu gelangen! Aber noch liegt ja ein guter Teil der Carretera Austral vor uns. Diese Traumstrasse Südamerikas, wenn nicht eine DER Traumstrassen weltweit. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Natürlich war es nicht die feine Art, wie Pinochet sich 1973 mit Hilfe der CIA an die Macht geputscht hat. Und das ist noch untertrieben. Viel Leid ist geschehen damals, viele Dissidenten verschwanden, andere mussten das Land verlassen und im Exil auf das Ende der Diktatur warten. Dennoch. Spricht man mit älteren Chilenen über diese Ära, gibt es wie für viele Dinge immer zwei Seiten. Und trotz aller Brutalität und Grausamkeit wäre Chile ohne Pinochet wohl nicht da wo es heute ist. Es wäre mal interessant, den Faden weiter zu spinnen... wo wäre Chile wohl heute, wäre Allende an der Macht geblieben. Ich vermute irgendwo zwischen Bolivien und Venezuela... aber das ist spekulativ. &lt;br/&gt;Fakt ist, das Pinochet das Land in nur kurzer Zeit mehr oder weniger geordnet von Nichts in das 20. Jahrhundert katapultiert hat. Und hoch anzurechnen ist ihm trotz allem, dass er das Land ohne Blutvergiessen und Bürgerkrieg in eine Demokratie überführt hat... mir fällt gerade kein Diktator des 20. Jahrhunderts ein, welcher das gemacht hat.&lt;br/&gt;Jedenfalls ist während dieser Zeit des schnellen Aufschwungs der letzten 40 Jahre etwas interessantes geschehen. Während sich die Städte und besiedelten Gebiete innert kürzester Zeit auf ein hohes Niveau katapultiert haben, blieben die ländlichen Gebiete in ihrem Dornröschenschlaf. Zwar wurden sie, wie etwa durch den Bau der Carretera Austral, mit dem Rest der Welt verbunden, erhielten eine moderne Infrastruktur wie etwa Internet, öffentliches WiFi auf dem Dorfplatz, Wasserversorgung, moderne Feuerwehrautos etc. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aber das Bild täuscht. Fährt man nur fünf Kilometer von der Carretera Austral in ein Seitental, kann man live sehen, wie es vor 50 oder auch 100 Jahren ausgesehen haben muss in Chile. Und das ist spannend. Und das erlebt man zum Beispiel auf der Carretera Austral. Und das macht sie neben der grandiosen Kulisse so erlebenswert. Nicht nur eine Strasse durch eine grandiose Landschaft, sondern auch eine Strasse durch das ursprüngliche Chile und Patagoniens.... und wenn man den Faden weiter spinnen will... auch in Europa. Wir fahren an einem einsamen See entlang, die steilen Hänge dicht bewaldet, keine Siedlungen, nada! Nun stellen wir uns den gleichen See bei uns zu Hause vor, sieht ja ähnlich aus.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Da wäre eine Autobahn auf Betonstelzen, am gegenüberliegenden Hang ein paar Skilifte mit dazugehörenden hässlichen Schneisen im Wald, und wir selbst wären an der hübschen Promenade eines Dorfes, dessen Ausläufer sich über das ganze Ufer ziehen würden. Dazu noch ein paar Hochspannungsmasten, alle paar Minuten ein Flugzeug und auf dem Wasser drei bis vier Kurschiffe. Schon wären wir am Vierwaldstättersee... Nicht dass das schlimm wäre, so kennen und schätzen wir unsere Heimat. Ist trotzdem ganz interessant, sich die heimatliche Scholle mal bildlich ein paar Jahrhunderte zurück katapultiert vorstellen zu können.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;... äh, wo war ich? Ach ja, Pinochet und so. Aaalso... eben dieser Pinochet liess in den 70er und 80er Jahren die Carretera Austral durch den wilden Süden Chiles bauen. Zuvor waren die grössten Siedlungen nur per Schiff oder Flugzeug erreichbar. So schlug das Militär eine 1200 Kilometer lange Schneise von Puerto Montt nach Villa O Higgings durch den kalten Regenwald. Die letzten Stücke wurden in den 90ern fertig gestellt, eine junge Strasse also. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und so ist der Tourismus auch noch nicht so ganz angekommen, in diesem Paradies. Und das mach die Gegend auch so einzigartig, wir geniessen es. Viel zu erzählen gibt es nicht, die Bilder müssen genügen! Ich könnte etwas über die grottenschlechte Piste schreiben, über welche wir ca. 600 Kilometer rumpeln. Kann man sich jedoch nur vorstellen, wenn man es selbst erlebt hat. Oder über die Stille und Einsamkeit. Die unglaubliche Kulisse aus Gletschern, Wäldern, Seen und Berge, welche alles was wir bisher gesehen haben locker auf hintere Ränge verweist. &lt;br/&gt;Am eindrücklichsten ist wohl, dass wir nach 15 Tagen auf der Carretera Austral jede Lust verloren haben, uns wieder in den „Rummel“ des Nordens zu stürzen. &lt;br/&gt;Wir werden immer langsamer, fahren mal 40, mal 50 Kilometer pro Tag. Schon lockt wieder ein wunderbares Plätzchen an einem Fluss mit Ruhe und Einsamkeit. Zwischendurch nehmen wir ein paar wunderschöne Wanderungen im NP Quellat unter die Füsse, etwa zur Laguna las Pumas, steil durch den Regenwald. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Uns grauste also davor, wieder in irgend eine Art von Rummel zu kommen und verschlauften uns nach dem Grenzübertritt bei Futaleufu gleich wieder im Nationalpark los Alerces... und übersahen dabei, dass es Samstag war. Jesses. Samstag und ein Campingplatz in Argentinien ist eine für Ruhesuchende verhängnisvolle Kombination. Argentinier sind nämlich ein ausgesprochen campingbegeistertes Volk, entsprechend gibt es im Park auch einige dutzend Campingplätze. &lt;br/&gt;Samstag, gegen Mittag wird eingetrudelt. Dann wird jeder Stellplatz erst mal mit dem Auto abgefahren, auch Argentinier machen in ihrem Leben keinen Schritt mehr, als absolut notwendig ist. Wird ein Platz als gut befunden, steigt eine Grossfamilie von ca. 15 Personen aus dem Renault Kangoo, Zelte werden ausgepackt, und das Radio eingeschaltet. Dann werden alle Türen geöffnet und das Radio „al pallo“ gedreht. Volle Kanne! Das multipliziert man nun mit 10 Familien und man hat die Geräuschkulisse. Flucht! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zum Glück ist der Park in dichtem Wald und wir finden ein ruhiges Plätzchen, schön abgelegen. Vier Tage bleiben wir dort, werden kurz vor dem Gipfel des Cerro Dedals abgeduscht, baden jeden Tag im See und hören von Weitem bis in die Nacht den Bässen auf den Campingplätzen zu. So, wie frühere Forscher den Buschtrommeln der Einheimischen gelauscht haben müssen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tja, und dann der Temperatursturz. Dramatisch. Eben noch 30 Grad, dann runter auf acht, in der Nacht nur noch vier. Heute Morgen alles weiss, frisch eingezuckert, der Park wieder leer, herrlich!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tja, so bricht für uns der definitive Endspurt an. Viel liegt nicht mehr an. Hoch nach El Bolson, Bariloche. Dann rüber nach Chile, ein bisschen rund um Osorno, Puerto Montt und Valdivia herum stromern, dann nochmals nach Pucon um dann rüber nach Buenos Aires zu fahren. Gibt also nochmals einen kleinen Bericht, und dann natürlich ein ausführliches Logbuch der Schiffreise nach Hamburg. Dürfte spannend werden... &lt;br/&gt;</description>
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